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Neue Lieblingszutat: Mehl aus Kaffee

Ein neues Unternehmen mit Sitz in Vancouver versucht, mit seinem Mehl aus Kaffeekirschen, eine neue Kaffeerevolution in die Wege zu leiten

Quelle:: CoffeeFlour

Mit CoffeeFlour hergestellte Backwaren in der Bäckerei Izzy and Em's in Brooklyn, New York, USA
Mit CoffeeFlour hergestellte Backwaren in der Bäckerei Izzy and Em's in Brooklyn, New York, USA

Die Idee zur Entwicklung von CoffeeFlour, einem Mehl aus der gemahlenen Kaffeefrucht, der sogenannten Kaffeekirsche, kam dem Ingenieur Dan Belliveau bereits 2012, als er während seiner Arbeit für Starbucks auf Kaffeeplantagen über das Problem riesiger Mengen von Kaffeeabfällen stolperte.

Wie bereits in einem Artikel über Tee aus Kaffeekirschen erwähnt, wird dieses Nebenprodukt der Multimilliarden-Kaffeeindustrie meist weggeworfen und verschmutzt dadurch Wasser und Erde. Alternativ wird es in sicheren geringen Dosen als Dünger verwendet. 

CoffeeFlour, Kaffeekirschen und Backwaren in der Bäckerei Izzy and Em's in Brooklyn, New York, USA
CoffeeFlour, Kaffeekirschen und Backwaren in der Bäckerei Izzy and Em's in Brooklyn, New York, USA
CoffeeFlour

Ziel des Unternehmens CoffeeFlour ist es, Abfall zu einem nährstoffreichen Bestandteil der Nahrungsmittelherstellung zu machen, Landwirten in einigen der ärmsten Gegenden der Welt nachhaltige Jobs zu bieten und schließlich eine Entlastung der Umwelt durch eine Senkung der Kaffeeabfälle zu erreichen.

CoffeeFlour ist glutenfei, enthält keine Zusatzstoffe und nur halb so viel Koffein wie gerösterter Kaffee. Der Koffeingehalt wäre nur bei einer Kombination mit anderen koffeinhaltigen Zutaten wie Schokolade ein Grund zur Sorge.

Ein mit CoffeeFlour hergestellter Haferkeks in der Bäckerei Izzy and Em's in Brooklyn, New York, USA
Ein mit CoffeeFlour hergestellter Haferkeks in der Bäckerei Izzy and Em's in Brooklyn, New York, USA
CoffeeFlour

Das Mehl schmeckt erstaunlicherweise nicht nach Kaffee sondern ist viel mehr blumig und zitrusfruchtig im Geschmack.

Zusätzlich hat es einige gesundheitliche Vorteile. Es ist reich an Eisen, Ballaststoffen, Antioxidantien, Proteinen und Kalium. Es enthält pro Gramm fünfmal so viele Ballaststoffe wie Vollkornweizenmehl, dreimal so viel Eisen wie frischer Spinat und dreimal so viele Antioxidantien wie ein Granatapfel.

Hergestellt wird das Mehl zur Zeit auf Hawaii, in Nicaragua, Guatemala, Mexiko und Vietnam. Eine Expansion nach Südamerika, Zentralafrika, Indien, Myanmar und Indonesien ist bereits geplant.

Superschokoladige Brownies aus CoffeeFlour in der Bäckerei Izzy and Em's in Brooklyn, New York, USA
Superschokoladige Brownies aus CoffeeFlour in der Bäckerei Izzy and Em's in Brooklyn, New York, USA
CoffeeFlour

Noch ist das Produkt nicht im Supermarkt zu finden, doch es erfreut sich besonders in den USA bei Spitzenköchen und traditionellen Lebensmittelherstellern immer größerer Beliebtheit.

Bisher ist CoffeeFlour vor allem bei Partnerunternehmen erhältlich, die das Mehl als Zutat in ihren Produkten verwenden, wie zum Beispiel die Bäckerei Izzy and Em's in Brooklyn oder Casa del Cafè, der größten Kaffeehauskette Nicaraguas.

CoffeeFlour stellte während der TED Conference 2015 außerdem eigene Schokoladenriegel vor und wird derzeit in der Kantine von Google zur Herstellung von Brot, Nudeln, Keksen, Waffeln und mexikanischer Mole verwendet.

Länder, in denen CoffeeFlour bereits hergestellt wird (rot) oder in Zukunft hergestellt werden soll (grün)
Länder, in denen CoffeeFlour bereits hergestellt wird (rot) oder in Zukunft hergestellt werden soll (grün)

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