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Esstrends: Gesund, Gourmet, Mobil

2016 werden Verbraucher noch genauer wissen wollen, woher ihr Essen kommt, und neue und exotischere Rezepte fordern

Quelle:: Institute of Food Technologists, McCormick & Company, National Restaurant Association, Technomic, Innova Market Insights and Whole Foods

Fotos von Tacos: Mit dem Smartphone ist es möglich
Fotos von Tacos: Mit dem Smartphone ist es möglich

Wir haben für Sie die in der Fachpresse am öftesten genannten Esstrends 2016 für Sie zusammengetragen. Die Lebensmittelindustrie und Forschungsunternehmen haben drei vorherrschende Trends ermittelt: die Bewegung von Unternehmen hin zu gesünderen Optionen, Technologie als wesentlicher Bestandteil der Esserfahrung und ein Wettstreit darum, den Kunden mit bequemen Gourmetessen zu beliefern.

Gourmet-Käse im Salon Gourmets Madrid, 13. April 2015
Gourmet-Käse im Salon Gourmets Madrid, 13. April 2015
Queseria la Antigua de Fuentesauco/Flickr

Exotik

Laut der Redaktion des Food Technology Magazine kommen 48 Millionen Amerikaner, die sich als Feinschmecker betrachten, in ihrem Alltag kaum zur Ruhe und schaffen es selten zu kochen. Damit bilden sie eine anspruchsvolle Marktnische, dies es zu füllen gilt.

Getränk mit Bienenstaub, Toronto, 16. November 2007
Getränk mit Bienenstaub, Toronto, 16. November 2007
Simon Law/Flickr

Die National Restaurant Association (NRA) befragte im Rahmen ihrer Forschung fast 1600 Berufsköche zu kulinarischen Trends. Dabei stellte sich heraus, dass ethnische Gewürze auf keiner Speisekarte mehr fehlen dürfen. Dieser Trend setzt sich auch 2016 fort.

Das US-Unternehmen und Hersteller von Gewürzen McCormick & Company sowie das Forschungsunternehmen Technomic erkennen die steigende Verbrauchernachfrage nach würzigen und scharfen Aromen für eine gehobene Esserfahrung.

Die peruanische Chili, die mexikanische Chili Chipotle, die indische "Geisterchili", das koreanische Gochujang, das nordafrikanische Harissa und der südostasiatische Sambal sind nur einige der Gewürze, die sich in den Restaurantküchen zur Zeit großer Beliebtheit erfreuen.

"Geisterchili"-Schokolade
Mike McCune/Flickr

Technik

Ein weiterer zunehmender Esstrend ist die Einbindung von Mobiltelefonen in die Esserfahrung. 2016 braucht man zum Essen nicht länger nur Messer und Gabel, sondern auch ein Smartphone. Mobilgeräte sind bei der Bestellung und Bezahlung von Essen sowie der Suche nach Lebensmittel- und Restaurantangeboten inzwischen fast unabdingbar. Außerdem können mithilfe des Smartphones Lebensmittel recherchiert und die persönliche kulinarische Erfahrung geteilt werden.

Gesundheit

​Der bedeutendste und immer weiter zunehmende Trend jedoch, der in allen Berichten und Prognosen für 2016 zu finden ist, ist die gesunde Ernährung. Verbraucher legen immer mehr Wert auf einen gesundheitsbewussten Lebensstil und pochen auf mehr Transparenz: Sie wollen wissen, wie das Essen auf ihrem Teller landet. 

Schokoladen-Cupcakes aus biologisch angebauten Zutaten auf einem örtlichen Lebensmittelmarkt in Woodstock
Schokoladen-Cupcakes aus biologisch angebauten Zutaten auf einem örtlichen Lebensmittelmarkt in Woodstock
Jason Bagley/Flickr

Dazu gehören die Vermeidung künstlicher Inhalts- und Zusatzstoffe, der Bezug lokaler Produkte, die Betonung von Umweltverträglichkeit und die Verwendung natürlicher Inhaltsstoffe. Handwerklich hergestellte Lebensmittel und kleine Unternehmen erfahren hier besondere Wertschätzung.

Die Umfrage der NRA zeigt außerdem, dass der Esstrend, der im letzten Jahrzehnt am stärksten zugenommen hat, der Bezug lokaler Produkte ist (laut 44% der befragten Köche). Berufsköche gehen allerdings davon aus, dass der vorherrschende Trend im nächsten Jahrzehnt Umweltverträglichkeit sein wird (41%).

Handwerkliche Lebensmittel auf dem Gartenfestival in Brüssel
Handwerkliche Lebensmittel auf dem Gartenfestival in Brüssel
Miguel Discart/Flickr

Kennzeichnung

Laut Innova, einem Marktforschungsunternehmen, schätzen Verbraucher vor allem die transparente Etikettierung von natürlich erzeugten, minimal verarbeiteten, biologisch angebauten und nicht gentechnisch manipulierten Inhaltsstoffen.

Weiterhin sind viele Verbraucher zwar nicht auf gluten-, weizen- oder milchfreie Alternativen angewiesen, schätzen diese aber, da sie als gesund wahrgenommen werden.

Glutenfreie Produkte in einem Supermarkt in Chadstone, Melbourne
Glutenfreie Produkte in einem Supermarkt in Chadstone, Melbourne
Alpha/Flickr

"Flexitarier"

Zum Trend gesünderer Ernährung gehört auch die zunehmende Anzahl der sogenannten "Flexitarier". Es handelt sich hierbei um Teilzeit-Vegetarier, die ihren Fleischkonsum aus Gesundheits-, Umweltsverträglichkeits- und Tierschutzgründen reduziert haben.

All diese Trends sorgen dafür, dass bestimmte Produkte 2016 besonders gut beim Verbraucher ankommen werden. Einem Bericht von Whole Foods zufolge handelt es sich hierbei um handwerkliche Fleischprodukte, ungewöhnliche und umweltverträglich bezogene Fischarten wie gezüchteter Arapaima oder wild gefangener Blauer Katzenwels, Tierprodukte aus Weidehaltung, traditionelle Inhaltsstoffe, die ihre jahrhundertealten Eigenschaften beibehalten haben und Mehlalternativen ohne Weizen.

Rohkost-Sandwich, Kopenhagen, 14. September 2014
Rohkost-Sandwich, Kopenhagen, 14. September 2014
Tony Webster/Flickr

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