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40 Vermisste bei neuem Erdrutsch in Myanmar

Ein weiterer Erdrutsch in den Jademinen von Hpakant in Myanmar

Quelle:: Radio Free Asia

Wiederherstellungsarbeiten nach einem früheren Erdrutsch auf dem Gelände in Hpakant im November 2015
Wiederherstellungsarbeiten nach einem früheren Erdrutsch auf dem Gelände in Hpakant im November 2015

Der Ruf des Jade-Bergbaus in Myanmar hat sich weiter verschlechtert, nachdem sich vergangene Woche ein neuer Erdrutsch ereignete, der 40 vermisste Menschen und einen Toten verursachte. Der Tot von mindestens vier weiteren Personen wird befürchtet.

Ein 91 Meter hoher Berg aus Erde und anderem Bergbauabfall brach am Dienstag um 10:30 Uhr Ortszeit in den Jademinen in der Nähe der Stadt Hpakant, die im nördlichen Bundesstaat Kachin liegt, ein.

Bürgerrechtsorganisationen und das Rote Kreuz riefen eine Rettungsaktion ins Leben; allerdings konnte diese aufgrund von Befürchtungen eines weiteren Erdrutsches nicht sogleich gestartet werden, erklärte Naw Law, Sekretär der Kachin National Social Development Foundation.

Rettungskräfte nach einem früheren Erdrutsch auf dem Gebiet des Jadeabbaus in Hpakant, 26. Dezember 2015
Rettungskräfte nach einem früheren Erdrutsch auf dem Gebiet des Jadeabbaus in Hpakant, 26. Dezember 2015
EPA

Der Vorfall ereignete sich nahe der Stelle, an der bereits am 21 November ein 60 Meter hoher Erdhügel über den Hütten der schlafenden Arbeiter zusammengebrochen war und mehr als 100 Menschen tötete. Viele der Opfer durchsuchten den Abfall nach verwertbaren Jade-Stücken.

Naw Law erklärte, dass immer wieder Erdrutsche in Hpakant aufträten, weil es der Regierung bislang nicht gelungen sei, die unsachgemäße Entsorgung der Bergbauunternehmen zu unterbinden.

Der Jade-Bergbau ist eine Multimilliarden-Industrie in Myanmar, da die Jademinen in Hpakant eine Quelle der qualitativ hochwertigsten Jade der Welt sind. Der Stein wird in erster Linie nach China exportiert. Der Großteil der Gewinne des Jade-Handels gehen an Einzelpersonen und Unternehmen, die mit den ehemaligen Militärmachthabern Myanmars verbunden sind.

Das ist der vierte derartige Unfall in den Jademinen Myanmars in den letzten zwei Monaten.

Ein Käufer kontrolliert einen zum Verkauf stehenden Jadestein auf dem Jade-Markt in Mandalay, Myanmar, der 6 April 2015
Ein Käufer kontrolliert einen zum Verkauf stehenden Jadestein auf dem Jade-Markt in Mandalay, Myanmar, der 6 April 2015
EPA

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