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Kohlenstoff entweicht in Süßgewässer

Die CO2-Speicherkapazität unserer Wälder wird laut einer neuen US-Studie stark überschätzt, da Kohlenstoff durch den Boden entweicht

Quelle:: University of Washington

Sandy River, Oregon, 8. Mai 2014
Sandy River, Oregon, 8. Mai 2014

Durch die Speicherung von CO2 helfen Wälder dabei, die Auswirkungen von Treibhausgasemissionen auf die Umwelt zu lindern. Doch Forscher der University of Washington fanden nun heraus, dass eine beträchtliche Menge Kohlenstoff durch den Erdboden in Flüsse, Seen und Bäche gelangt.

Alle Süßgewässer geben CO2 ab. Entweicht CO2 zusätzlich durch den Erdboden aus Bäumen, sinkt die Speicherkapazität von Wäldern für dieses Treibhausgas beträchtlich.

Die Studie berücksichtigt erstmals die Rolle von Süßgewässern. Es handelt sich außerdem um die in den USA erste landesweite Erforschung der Bewegung von Kohlenstoff in Wassersystemen.

Yosemite-Nationalpark, Foresta, Kalifornien, 12. Juni 2014
Yosemite-Nationalpark, Foresta, Kalifornien, 12. Juni 2014
Todd Petrie/Flickr

Die Erkenntnisse lassen vermuten, dass Bäche, Flüsse und Seen mehr als 100 Milliarden Liter Kohlenstoff speichern oder transportieren. Der Kohlenstoff gelangt schließlich ins Meer, setzt sich am Grund der Süßgewässer ab oder entflieht als Treibhausgas wieder in die Atmosphäre.

Laut dieser neuen Statistiken wurde die Fähigkeit von Wäldern zur Kohlenstoffsenke bisher um fast 30% überschätzt.

Der Einfluss des entweichenden Kohlenstoffs auf die Umwelt ist von verschiedenen Faktoren wie Niederschlagsmustern, der Größe des Gewässers und unterschiedlichen regionalen Landschaftsgegebenheiten abhängig.

Wyalusing State Park, der vom Mississippi und Wisconsin River durchkreuzt wird, Wisconsin
Wyalusing State Park, der vom Mississippi und Wisconsin River durchkreuzt wird, Wisconsin

Die hohe Niederschlagsrate im Pazifischen Nordwesten der USA sorgt beispielsweise dafür, dass der Kohlenstoff um einiges schneller in den Ozean gelangt als in anderen Teilen des Landes. Das senkt die Speicherkapazität für Kohlenstoff in dieser Region beträchtlich.

Die Ergebnisse der neuen Studie werden vermutlich in den nächsten State of the Carbon Cycle Report eingehen, der von der US-Regierung in Auftrag gegeben wird, und damit ein essentieller Beitrag zu einem besseren Verständnis des Umgangs mit Kohlenstoffablagerungen sein.

Küste in Oregon im Pazifischen Nordwesten der Vereinigten Staaten, 21. März 2011
Küste in Oregon im Pazifischen Nordwesten der Vereinigten Staaten, 21. März 2011
Joseph Hunkins/Flickr

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