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Der älteste Tea der Welt

In China haben Wissenschaftler Reste des Tees gefunden, den die Kaiser der Han-Dynastie vor 2200 Jahren getrunken haben

Quelle:: Nature Journal, International Center for Chinese Heritage and Archaeology at University College London and Chinese Academy of Sciences

Ein Portrait von Kaiser Jing (188 - 141 v. Chr.)
Ein Portrait von Kaiser Jing (188 - 141 v. Chr.)

Die Chinesische Akademie der Wissenschaften hat den ältesten bekannten Tee der Welt entdeckt. Die Reste der Teepflanzen aus dem dritten bis zweiten Jahrhundert v. Chr. wurden in dem Grab eines Kaisers der westlichen Han-Dynastie (207 v. Chr. - 9 n. Chr.) in der alten Hauptstadt Chang'an in Nord-Zentral-China gefunden.

Bisher gab es nur schriftliche Anhaltspunkte über den Teekonsum der westlichen Han Dynastie. Die ältesten erhaltenen Reste von Tee stammten aus dem 10.-12. Jahrhundert n. Chr. und betrafen die Song-Dynastie aus dem Norden Chinas.

a) die beiden Grabstätten und Routen der Seidenstraße; b) Plan des Grabes des Kaisers; c) außerhalb der Grabgrube; d)-f) Tee-Proben
a) die beiden Grabstätten und Routen der Seidenstraße; b) Plan des Grabes des Kaisers; c) außerhalb der Grabgrube; d)-f) Tee-Proben
Houyuan Lu et al. (2016)

Ebenso war es überraschend für die Wissenschaftler, zu entdecken, dass ein Grab von 200 nach Christus in Westtibet ähnliche Rückstände enthielt. In der Vergangenheit wuchs kein Tee in Tibet und dieser wurde durch einen Zweig der Seidenstraße, der alten Handelsroute von China über Indien bis zum Mittelmeer importiert.

Früher dachten Archäologen, dass Tee-Exporte aus Ost-China nach Tibet erst unter der Herrschaft der Tang-Dynastie zwischen dem 7. und 10. Jahrhundert begannen. Die neuen Erkenntnisse zeigen jedoch, dass dies viel früher erfolgte.  

a), b) Der Außen- und Innenbereich des Gurgyam Friedhofs in West-Tibet; c)-g) ausgegrabe Reliquien
a), b) Der Außen- und Innenbereich des Gurgyam Friedhofs in West-Tibet; c)-g) ausgegrabe Reliquien
Houyuan Lu et al. (2016)

Das getrocknete, teilweise zerlegte Pflanzenbündel in dem Mausoleum von Han Yangling im alten Chang'an wurde in dem Grab des Kaisers Jing Liu Qi (188-141 v. Chr.) gefunden, der für seine steuermindernde Politik, humaneren Strafen für Verbrecher und die Begrenzung der Macht der Aristokratie berühmt war.

An diesem Fundort bestanden die Teereste fast vollständig aus Teeknospen. Das sind die kleinen, ungeöffneten Blätter der Teepflanze, die eine viel höherer Qualität als die größeren, älteren Teeblätter haben. Ein Tee, der ausschließlich aus Teeknospen hergestellt ist, ist in China als „Imperial Tea“ bekannt.

Moderner imperialer Tee, der ähnlich wie jener ist, der von den Wissenschaftlern im Grab des chinesischen Kaisers Jing (188 bis 141 vor Christus) gefunden wurde
Moderner imperialer Tee, der ähnlich wie jener ist, der von den Wissenschaftlern im Grab des chinesischen Kaisers Jing (188 bis 141 vor Christus) gefunden wurde
A Girl With Tea/Flickr

Die Probe in der zweiten Grabstätte, dem Gurgyam Friedhof im Ngari Bezirk, Westtibet, enthielt eine Mischung aus Tee, Gerste und anderen Pflanzen. Dies veranlasste die Wissenschaftler zu der Annahme, dass der Tee in diesen frühen Jahrhunderten ähnlich wie der heutige Buttertee war, der im Himalaya konsumiert wird und bei dem der Tee mit Salz, Yak-Butter und geröstetem Gerstenmehl gemischt wird.​

Camellia sinensis, der in ganz China im Handel erhältliche Tee, der den entdeckten Sorten am ähnlichsten ist
Camellia sinensis, der in ganz China im Handel erhältliche Tee, der den entdeckten Sorten am ähnlichsten ist
Sebastianjude/Flickr

Die Proben, die in beiden Standorten gefunden wurden, enthielten ein hohes Maß an Koffein und der Aminosäure Theanin. Sie entsprechen der Pflanzenart Camellia Sinensis, die der einzige kommerziell verfügbare Teestrauch in ganz China ist.

Tibetischer Mönch gießt Buttertee ein
Tibetischer Mönch gießt Buttertee ein
Antoine Taveneaux/Wikicommons

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