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Mexiko: Kampf gegen Limonaden

Eine vor zwei Jahren eingeführte Steuer auf mit Zucker gesüßte Getränke hat vielversprechende Auswirkungen

Quelle:: the BMJ

Dieses Schild verkündet den Verkauf von Softdrinks in einem ansässigen Lebensmittelladen in Guanajuato, Mexiko, 26. Oktober 2013
Dieses Schild verkündet den Verkauf von Softdrinks in einem ansässigen Lebensmittelladen in Guanajuato, Mexiko, 26. Oktober 2013

Mexiko liegt weltweit auf Platz 9 der übergewichtigsten Länder und hat die höchste Quote Diabetes- und Herzkranker. Um diesen Problemen entgegenzutreten, belegte die mexikanische Regierung alle mit Zucker gesüßten Getränke mit einer Verbrauchssteuer von 10%, die am 1. Januar 2014 in Kraft trat. 

Um zu bestimmen, ob die Steuer einen Einfluss auf den Verzehr gesüßter Getränke hat, untersuchten Forscher von BMJ, einem Herausgeber von Zeitschriften über Gesundheit und Medizin, die Verkaufszahlen der Getränke 2014 und verglichen diese mit dem ohne die Verbrauchssteuer erwarteten Umsatz für das gleiche Jahr.

Menschen beim Verzehr zuckerhaltiger Getränke in Mexico City, Mexiko, 17. Oktober 2013
Menschen beim Verzehr zuckerhaltiger Getränke in Mexico City, Mexiko, 17. Oktober 2013
EPA

Die untersuchten Daten spiegeln die Getränkekäufe von mehr als 6200 mexikanischen Haushalten in 53 Großstädten mit mehr als 50.000 Einwohnern wider.

Verglichen mit dem ohne die Verbrauchssteuer erwarteten Umsatz sanken die Verkaufszahlen der besteuerten Getränke bis Ende 2014 um 12%.

Verbildlichung der Zuckermenge in einem durchschnittlichen Softdrink
Verbildlichung der Zuckermenge in einem durchschnittlichen Softdrink
lilszeto / Flickr

Das bedeutet, dass der durchschnittliche mexikanische Stadtbewohner aufgrund der neu eingeführten Steuer in diesem Jahr 4,2 Liter weniger mit Zucker gesüßten Getränken kaufte als zuvor. Der Verkauf unbesteuerter Getränke wie einfaches Tafelwasser stieg hingegen um 4% oder 12,8 Liter pro Person.

Die Forscher glauben, dass die Verbrauchssteuer positive Auswirkungen auf die mexikanische Volksgesundheit hat. Die weltweite Übergewichtigkeit kann durch diese Steuer allein jedoch nicht bekämpft werden.

Die Steuer sollte, so die Forscher, mit lebensmittelpolitischen Maßnahmen und anderen gesundheitlichen Maßnahmen wie zum Beispiel besserer Gesundheitsaufklärung zur Wahl von Nahrungsmitteln, der Förderung von Forschung und Entwicklung in der Lebensmittelindustrie und veränderten Ansätze bei der Lebensmittelwahl kombiniert werden.

Ein mexikanischer Junge mit einem kohlensäure- und zuckerhaltigen Getränk in Morelia, Michoacan, 10. August 2015
Ein mexikanischer Junge mit einem kohlensäure- und zuckerhaltigen Getränk in Morelia, Michoacan, 10. August 2015
Adam Jones / Flickr

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