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Windturbinen töten Fledermäuse

Fledermäuse sind wichtig für die Schädlingsbekämpfung, doch werden sie von Windrädern bedroht, die 70% der Todesfälle verursachen

Quelle:: USGS

Langnasenfledermaus, die von Pollen bedeckt ist, wahrscheinlich von einer Kaktusblüte
Langnasenfledermaus, die von Pollen bedeckt ist, wahrscheinlich von einer Kaktusblüte

Es gibt etwa 1.300 Arten von Fledermäusen auf der Erde und die meisten von ihnen sind bereits als gefährdet oder bedroht aufgezeichnet. Das ist eine besonders besorgniserregende Nachricht, da Fledermäuse nur ein Jungtier pro Jahr zur Welt bringen. Dies bedeutet, dass Fledermäuse eine viel höhere Überlebensrate als andere Arten benötigen, um den Bestand stabil zu halten.

Kürzlich haben wir über eine Studie berichtet, die zeigt, dass Fledermäuse eine bessere Alternative zur Bekämpfung von Schädlingen in der Landwirtschaft sind, als Insektizide. Denn Statistiken zeigen, dass insektenfressende Fledermäuse in der Lage sind, etwa den Befall von Mais durch Insekten um mehr als 50 Prozent zu verringern.

Insektenfressende brasilianische Bulldoggfledermäuse bieten großartige Leistungen in Bezug auf Schädlingsbekämpfung für die Landwirtschaft und natürliche Ökosysteme
Insektenfressende brasilianische Bulldoggfledermäuse bieten großartige Leistungen in Bezug auf Schädlingsbekämpfung für die Landwirtschaft und natürliche Ökosysteme
Paul Cryan/USGS

Bis vor einigen Jahren töteten die Menschen Fledermäuse, weil sie als krankheitsübertragende Plage angesehen wurden. Obwohl sich die Haltung der Menschen zu Fledermäusen in den letzten Jahren geändert hat, besteht unter ihnen immer noch eine hohe Sterblichkeit. Unerwarteterweise ist ihre neueste Bedrohung Windkraftanlagen 

Viele Fledermäuse könnten in den Höhlen unterhalb dieser Windfarm leben
Viele Fledermäuse könnten in den Höhlen unterhalb dieser Windfarm leben
germanborrillo/Flickr

Eine neue Analyse des Sterbens von Fledermäusen durch das US Geological Service (USGS) stellte fest, dass Kollisionen mit Windkraftanlagen weltweit 70 Prozent der Todesfälle verursachen. In der Zeit von 2003 bis 2013 fanden mehr als 5.600 Fledermäuse 27 verschiedener Arten in 18 europäischen Ländern ihren Tod durch Windkraftanlagen. Wissenschaftler behaupten, dass dies nur ein kleiner Bruchteil der Gesamtzahl der so verursachten Todesfälle in der Welt ist.

Die andere Hauptursache für die sinkende Fledermauspopulation ist das Weißnasen-Syndrom in Nordamerika, eine tödliche Krankheit, die sich durch ein Pilzwachstum um die Mäuler und auf den Flügeln der Fledermäuse im Winterschlaf bemerkbar macht.

Fledermaus mit Weißnasen-Syndrom im Great Smoky Mountains National Park
Fledermaus mit Weißnasen-Syndrom im Great Smoky Mountains National Park
U.S. Fish and Wildlife Service Headquarters/Wikipedia Commons

Die Stürme, Überschwemmungen, Dürren und andere extreme Wetterereignisse durch den Klimawandel trugen auch zu der hohen Sterblichkeitsrate von Fledermäusen bei. Überraschenderweise stellen Infektionskrankheiten, die durch Viren und Bakterien verursacht werden, die geringste Anzahl der Todesfälle bei Fledermäusen dar.

Wissenschaftler glauben, dass das Verständnis der Ursachen der Sterblichkeit von Fledermäusen ein wichtiger Schritt im Kampf für den Schutz der Kleinsäuger ist. Dennoch stellen sie fest, dass auch die Bekämpfung von Vorurteilen über Fledermäuse notwendig ist, um die Fledermauspopulation auf der ganzen Welt wieder auf zu bauen. 

Fledermaus, die durch die Kollision mit einer Windkraftanlage der Windfarm
Fledermaus, die durch die Kollision mit einer Windkraftanlage der Windfarm "Vjetroelektrana Trtar-Krtolin" in der Nähe von Šibenik, Kroatien getötet wurde
Tomaž Jančar / Wikipedia Commons

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