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Auch für Eichhörnchen ist Stress ungesund

Eine Studie der kanadischen University of Guelph zeigt, dass Stress die Bakterienzahl von Eichhörnchen reduziert

Quelle:: The University of Guelph

Je gelassener das Eichhörnchen, desto diverser sein Mikrobiom
Je gelassener das Eichhörnchen, desto diverser sein Mikrobiom

Eichhörnchen sind schüchterne und schreckhafte Kreaturen. Ihr natürlicher Lebensraum sind Wälder, doch manche von ihnen leben auch in städtischen Gebieten, wo der Straßenlärm und die Begegnung mit Menschen den niedlichen Nagern zusetzen können.

Wissenschaftler der kanadischen University Guelph in Ontario untersuchten wilde Eichhörnchen, um herauszufinden, ob die Stressbelastung der Tiere die Diversität ihres Mikrobioms beeinflusst, also der Mikroorganismen, die außerhalb und innerhalb des Körpers der Tiere leben. Der Zustand des Mikrobioms ist ein entscheidender Faktor für die ordnungsgemäßge Körperfunktion eines Lebewesens.

Ein Eichhörnchen in städtischer Umgebung, Hofgarten, Düsseldorf, Deutschland
Ein Eichhörnchen in städtischer Umgebung, Hofgarten, Düsseldorf, Deutschland
Ray eye/Wiki Commons

Zum Zweck der Studie wurden in Algonquin Park in Ontario 80 ungefährliche Lebendfallen aufgestellt, die die Eichhörnchen mit einer Mischung aus Haferbrei und Erdnussbutter anlocken sollten. Anschließend wurden Proben aus Mündern und Fäkalien der Nager gesammelt und in einem Labor untersucht.

Die Eichhörnchen wurden mithilfe von Ohrmarken markiert und wieder in die Natur entlassen. Zwei Wochen später wurden die gleichen Eichhörnchen erneut eingefangen und untersucht. Bei einem Vergleich der Ergebnisse stellte sich heraus, dass die Mikrobiome von Eichhörnchen mit weniger Stresshormonen diverser waren als die der anderen Eichhörnchen.

Je höher die Stressbelastung eines Eichhörnchens, desto geringer die bakterielle Diversität und desto höher die Anzahl gefährlicher Mikroorganismen im Mikrobiom.

Eichhörnchen im Algonquin Park, Ontario, Kanada
Eichhörnchen im Algonquin Park, Ontario, Kanada
Ryan Taylor/University of Guelph

Die Forscher führten die Ergebnisse auf eine durch Stress hervorgerufene Aktivierung des angeborenen Immunsystems, das daraufhin beginnt, die Bakterien des Organismus, ob gut oder schlecht, abzutöten, was das Tier anfälliger für gefährliche Mikroorganismen macht.

Bei diesem Experiment handelt es sich um das erste seiner Art, das in natürlicher Umgebung durchgeführt wurde. Die Ergebnisse dürfen daher als realistisch angesehen werden. Die Beziehung zwischen Stress und Mikrobiomen, die in dieser Studie bestätigt wurde, ist auch für eine Untersuchung dieser Zusammenhänge beim Menschen von Bedeutung und könnte zu wertvollen medizinischen Erkenntnissen führen.

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